Problemverhalten, störendes Verhalten, Verhaltensstörung?

Was ist störendes Verhalten?

Störendes Verhalten sind Verhalten aus dem normalen Repertoire eines Tieres, die im Umfeld, in dem sie das Tier zeigt, auf den Halter störend wirken. Beispiel: Krallenwetzen ist normales Verhalten von Katzen. Führt eine Katze es jedoch am Sofa des Halters aus, so ist es für diesen störend. Abhilfe schaffen attraktive Krallenwetzmöglichkeiten, beispielsweise ein Kratzbaum aus Rinde oder Sisal.
 

Was ist Problemverhalten?

Als Problemverhalten werden alle Verhalten bezeichnet, die das Zusammenleben zwischen Heimtier und Mensch erschweren bis verunmöglichen. Es kann sich um störende Verhalten oder um Verhaltensstörungen handeln, aber auch um fehlangepasste Verhalten. Beispielsweise ist Harnmarkieren oder Harnspritzen ein normales Verhalten von Katzen. Üblicherweise zeigen sie dieses Verhalten eher an den Rändern ihres Streifgebietes, wo sie markante Strukturen wie Gebüsch mit Urin bespritzen. Beginnen Katzen jedoch im Zentrum ihres Lebensraumes, also im Haus, mit Urin zu markieren, wird dieses Verhalten zum Problem – für Katze wie Halter. Harnmarkieren im Zentrum des Lebensraumes zeigt auch an, dass die betroffene Katze ein Problem hat, beispielsweise dass sie durch eine Veränderung stark verunsichert wurde.
 

Was ist eine Verhaltensstörung?

Verhaltensstörungen wie Stereotypien entstehen während der Entwicklung eines Tieres, wenn ihm nicht die notwendigen artgemässen Bedingungen zur Verfügung stehen. Wächst eine Rennmaus beispielsweise in den ersten drei Lebenswochen ohne schützenden Bau auf, weil die Haltung den Elterntieren kein Grabverhalten erlaubt, entwickeln Rennmäuse stereotypes Grabverhalten (langandauerndes, ziel- und zweckloses Scharren in den Käfigecken). Fehlen einer Katze in der sensiblen Phase bis zur 7. Lebenswoche Menschen als Sozialpartner, so wird sie als erwachsenes Tier Menschen nur sehr schwer als Sozialpartner akzeptieren, wird scheu und kann sich in Anwesenheit eines Menschen schlecht entspannen.