Clever wie Lassie?

24.01.2018 09:43:58 | Eva Waiblinger
Langhaarcollie Lassie, die seinen Menschen Timmy mit Cleverness vor allerlei Gefahren rettet, hat mich als Kind begleitet und mein Bild des klugen Hundes geprägt. Die Ernüchterung erfolgte mit fortgeschrittenem Alter und dem Studium der Verhaltensbiologie: der Hund war nicht clever, sondern gut trainiert, die Lassie (schottisch für Mädchen) wurde von einem Rüden gespielt, und überhaupt, Langhaarcollies seien nicht unbedingt diejenige Hunderasse, die am meisten auf der Platte hätte. Welcher Hund bzw. welche Hunderasse ist aber wie intelligent? Daran beissen sich Verhaltensbiologen die Zähne aus, denn was soll da gemessen werden? Trainierbarkeit? Problemlöseverhalten? Kognitive Verhaltenstests? Wie dabei mit den unterschiedlichen körperlichen Fähigkeiten der einzelnen Rassen umgehen? Bei einem Verhaltenstest, der Geruchserkennung einschliesst, schneidet ein Bloodhound wohl besser ab als ein Pekinese, bei körperlicher Wendigkeit ein Border Collie besser als eine Dogge. Katrin Blawat fasst in ihrem Artikel "Der klügste Freund des Menschen" im Tages Anzeiger heute, 24. Januar 2018, die Ansätze zum Vergleich der Intelligenz verschiedener Hunderassen zusammen.
Sie zitiert folgende Autoren:

Stanley Coren: The Intelligence of Dogs, Atria Books, 2001 (Taschenbuchausgabe)

Frans de Waal: Are We Smart Enough to Know How Smart Animals Are? Granta Books, 2016 (gebundene Ausgabe, auch andere Ausgaben erhältlich)







Eine willkürlich herausgepickte Publikation von Ludwig Huber, Department for Neurobiology and Cognition Research, Uni Wien:
Huber, L. (2017): Where is the evidence for general intelligence in nonhuman animals? Behavioral and Brain Sciences, 40, e206 (kostenpflichtig)
Hinweis: Die ganze Ausgabe Band 40 von Behavioral and Brain Sciences befasst sich mit dem Konzept der Intelligenz bei Mensch und Tier.

Eva Waiblinger