Klein, aber ungezogen

08.05.2018 10:29:39 | Eva Waiblinger
Zwerghunde: Papillon

Verhätschelt, Bedürfnisse ignoriert: Zwerghunde

VIETA-Mitglied Sonja Doll gibt im Interview mit Pia Werthammer in der SonntagsZeitung vom 29.April 2018 Auskunft über Probleme, die entstehen können, wenn Kleinhunde nur als Accessoire behandelt und ihre Hunde-Bedürfnisse nicht respektiert werden. Es fehlt diesen Hunden oft an Selbständigkeit, Erziehung, Anleitung und Halt, wodurch sie nicht nur stark verunsichert sind, sondern ihnen auch die hundegerechte Bewegung und Beschäftigung fehlt. Dies ist insbesondere problematisch, da Zwerghunderasse gegenwärtig einen Boom erleben: Chihuahua stehen auf Platz 1, Yorkies auf Platz 3 und Jack Russell auf Platz 4 der CH-Rangliste der häufigsten Hunderassen. St.Galler Kantonstierarzt Albert Fritsche stellt fest, dass auch die Zahl der Hundebisse durch Kleinhunde zugenommen hat, was er auf mangelhafte Sozialisierung und schlechte Haltung dieser oft aus dem Ausland stammenden Tiere zurückführt. Seit zwei Monaten gilt nun allerdings die gesetzliche Vorschrift, dass Anbieter von Hunden auch auf Online-Plattformen Personalien sowie Zucht- und Herkunftsland der Hunde angeben müssen. Ob und wie sich das auf den Kleinhundeboom auswirken wird, muss sich erst noch zeigen.

Artikel in der SonntagsZeitung, erhältlich bei der Stiftung für das Tier im Recht